Traumaheilung und Lingam-Massage

Wir machten auch Übungen mit Nacktsein, Massieren und Reden über Sexualität. Ich hab gemerkt, dass bei mir „nicht alles kaputt“ ist, dass ich oft Spaß am Sex hatte, dass ich ohne Scham nackt bin (dass sich das nicht geändert hat), dass ich gerne massiere und mich gerne berühren lasse. Es ging mir so gut dort die ersten zwei Tage, dass ich schon wieder dachte, das Trauma ist wahrscheinlich nur ein böser Traum, ich bin „ganz normal“.

Aber am dritten Tag stand die Lingam-/Yoni-Massage auf dem Programm. In der Pause war ich unerklärlich traurig. Ich umarmte eine nette Frau und weinte plötzlich immer mehr, irgendwann dachte ich nur noch: „Ich hab so Angst!!!„, ich krallte mich fester an sie, sie war ganz nett und beschützend. Ich dachte, wovor hab ich denn Angst? und da war es wieder, eine Traumaerinnerung: „Ich hab so Angst, dass er kommt!“, und ich hab nur noch geheult und gewimmert. Es war so schön, dabei gehalten zu werden. Nach zehn Minuten war der Spuk vorbei.

Bei der Lingam-Massage hatte ich einen wunderbaren Partner: sensibel, nett und sanft. Ich bekam immer mehr Angst, dass ich eine Trauma-Erinnerung bekomme, wenn ich den Lingam sehe. Ich hatte so Phantasien wie: Ich werd ohnmächtig. Oder: Ich breche in Tränen aus. Oder: Ich hau da drauf, ganz feste. Oder, am Schlimmsten: Ich mach weiter, obwohl mir kotzübel ist.

Ich hab mit einem Teilnehmer geredet, der zuhause einen missbrauchten Partner hat und das Problem kennt. Das tat gut. Dann noch kurz mit dem Tantra-Lehrer, der meinte, ich soll unbedingt gut auf mich achten und sofort aufhören, falls was ist, und er und die Assistenten würden auf mich achten. Dann mit meinem Partner, ich wollte ihm ja nicht den Abend verderben, aber ich sagte ihm, was los ist, und er war total nett und bat mich auch nochmal, sofort aufzuhören, wenns nicht geht. Ich war erleichtert und dachte: Okay, es kann nichts passieren.

Ich fühlte mich ganz sicher und massierte ihn ganz schön und innig. Ich liebe das ja und kann das gut, nur wusste ich nicht, ob es sich durch die Missbrauchs-Erinnerungen verändert hat. Ich konnte auch den Lingam mit einbeziehen. Es war ein schönes Erlebnis, ich konnte meine ganze Liebe und meinen ganzen Körper in diese Massage geben und ich war froh, es in diesem Rahmen ausprobiert zu haben, wo ich so viel Unterstützung habe. Mein Partner hat sich für meine Offenheit bedankt und auch selbst seine Ängste äußern können.

Das Wichtigste für mich war, beides zu integrieren: Die Angst vor einer Erinnerung, und gleichzeitig das zu sehen, was „heil“ ist in mir. Es wäre wirklich fatal gewesen, wenn etwas schiefgelaufen wäre und ich den Schluss gezogen hätte, ich könnte jetzt nie wieder Sex haben.

Birgit Berkenbrück

 

Zuerst veröffentlich hier:

Der Beitrag Traumaheilung und Lingam-Massage erschien zuerst auf Wild Life Tantra Institut Berlin.

Quelle: Traumaheilung und Lingam-Massage

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