Wie Tantra mich aus meiner depressiven Phase begleitete

Ein Teilnehmer-Erlebnisbericht zu „Stille, Freiheit & Ekstase – Tantra Training Level II“ von Rolf Netzmann

Eigentlich hatte ich innerlich schon abgesagt. Zu tief fühlte ich mich in meiner depressiven Phase gefangen. Zu sehr war ich missmutig und wollte allein mit mir sein.

Was letztendlich doch den Ausschlag gab, in diese rustikale Fabriketage an der Grenze zwischen Neukölln und Kreuzberg zu fahren, kann ich bis heute nicht sagen. Vielleicht war es einfach die Erinnerung an die schönen Erlebnisse während der Events des Wild Life Tantra Instituts, die ich schon besuchte.

Nun war ich jedenfalls dort angekommen, im Kreise Anderer, die wie ich neugierig auf „Stille, Freiheit und Extase“ waren.
Schon die Einführung in dieses Wochenende voller Erlebnisse überraschte mich.

„Who is in…“ , wer ist in Dir, führte mich in mein Inneres und ließ mich ruhiger werden. Dabei saß ich jeweils anderen Teilnehmer:innen gegenüber, die mich fragten: „Wer ist jetzt in Dir“? Und meine Antworten begannen stets mit: „ In mir ist…“. Frappierend fand ich, wie viele verschiedene Antworten mir auf diese Frage einfielen.

Immer tiefer sank ich in mein seelisches Innenleben und förderte überraschende Erkenntnisse als Antworten zu Tage. Genau so interessant war jedoch auch meine Rolle als der Fragende. Das nur Zuhören, ohne zu werten oder zu antworten, war eine spannende Erfahrung. Dieses „Who is in…“ war noch mehrfach an diesem Wochenende ein Ort der inneren Einkehr für mich.

Am Samstag begaben wir uns auf eine Reise in die AUM. Und in die Stille der nonverbalen Kommunikation. Galt doch von Samstag früh bis Sonntag Mittag ein Sprechverbot. Auch wenn es von mir und allen Anderen nicht immer eingehalten wurde, war dies doch eine sehr prägende Erfahrung für mich.

Die „Awarness Understanding Meditation“ ist eine sehr kraftvolle, dynamische Meditation, in der geweint, gelacht, gebrüllt, verziehen, getanzt und mehr wird. Sie ist eine sehr intensive Erfahrung. Für mich war die AUM eine Gelegenheit, so einiges an seelischem Müll, den ich mit in dieses Wochenende gebracht hatte, los zu lassen und mich emotional zu entlasten. Schließlich steckte ich immer noch in einer depressiven Phase. Doch das tiefe Eintauchen in meinen Schmerz, meine Wut, meine Ohnmacht und Trauer, doch auch in meine Freude und meine intensive Lust auf Leben wirkten wie Balsam für meine Seele.

Entspannend war nach dem Essen das gemeinsame Kuscheln, eine sehr nährende, intensive Begegnung der erwartungslosen Berührungen.

Nach einer längeren Pause und dem gemeinsamem Abendbrot führte der Samstagabend in ein ganz besonderes Event. Das „Drei Kreise Ritual“ ließ Raum für die eigene individuelle Entwicklung. Im äußeren Kreis saßen wir zu Beginn des Rituals alle mit einem Lunghi bekleidet. Hier begann die Reise. Im mittleren Kreis war der Raum für die Selbstliebe, für Berühren des eigenen Körpers, für Tanz, auch für die eigene sexuelle Stimulation. In den inneren Kreis gingen wir nackt, hier war der Raum für Begegnungen, achtsam, behutsam, respektvoll und ohne Worte. Hier wurde getanzt, allein, zu zweit oder in Gruppen, hier wurde gekuschelt, sich zärtlich berührt, hier war auch der Raum und die Zeit für sexuelle Begegnungen. Dieses Ritual hätte für mich gerne noch länger andauern dürfen.

Der Sonntag begann nach einem erneuten „Who is in…“ und dem gemeinsamen Frühstück mit einer intensiven Chakren – Atmung . Diese löste in mir Spannungen auf und wirkte befreiend.

Es folgte eine Phase der Extase, ein wildes Schütteln des Körpers. Lautes Gähnen, Atmen, Schnaufen und Röcheln zogen durch den Raum. Erlaubt war, was aus dem Körper kam, unkontrolliert, spontan und erlösend.

Auch die anschließende Wirbelsäule-Welle, bei deren Ausführung ich mit locker hängenden Armen auf einem Stuhl saß, war eine völlig neue Erfahrung für mich. Vom Steißbein beginnend die Wirbelsäule aufrichten, dabei die Arme langsam nach oben heben, tief einatmen und dann langsam wieder ausatmen, es brachte mich allmählich in einen Zustand innerer Ruhe.

Ein weiteres „Who is in…“ läutete nach dem gemeinsamen Mittagessen das beginnende Ende ein. Meine Antworten waren anders als am Freitag Abend, sie kamen tiefer aus der Seele, waren auch inhaltlich durch das Erlebte geprägt. Und sie zeigten mir einen Einfluss des Wochenendes auf meinen eigenen individuellen Heilungsprozess und den Weg heraus aus der depressiven Phase.

Ich bin froh, mich doch noch auf den Weg in diese so schöne rustikale Fabriketage begeben zu haben, die mir stets aufs Neue wie ein Ort der Ruhe und des Ausstieges aus dem Alltag erscheint. Die ich am Sonntag Abend mit Freude und Leichtigkeit in mir wieder verlassen habe.

Ich bin immer wieder gerne bei Tandana und Chono, diesen beiden Tantrikern, die so grandios die Energie hielten und mit einer scheinbaren Leichtigkeit durch das Wochenende führten. Danke an Euch Beide.

Namastè

Rolf Netzmann • angstberatung-berlin.de

Quelle: Wie Tantra mich aus meiner depressiven Phase begleitete

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